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ÜBER UNS

An der Rämistrasse 34, direkt gegenüber des Kunsthauses und im Gebäude des Schauspielhauses, befindet sich mit der Galerie Ziegler eine weitere traditionsreiche Zürcher Institution. Die Galerie, die in ihrer sechzigährigen Existenz zu den ältesten weltweit gehört, wird in einzigartiger Weise weiterhin von den beiden Gründern geführt.

Als Katalysator in der Entstehungsgeschichte der Galerie dient die Stadt Paris. Dort lernten sich die ältesten aktiven Galeristen Renée und Maurice Ziegler nicht nur gegenseitig kennen, sondern entdeckten auch gemeinsam ihre Faszination für die Pariser Kunstszene. Während Renée Ziegler 1954 ein Praktikum in der Galerie Louise Leiris bei Daniel Henri Kahnweiler antrat arbeitete Maurice Ziegler bei Bernard Zehrfuss, Architekt im Staatsdienst der kurz zuvor zusammen mit Marcel Breuer den Sitz der UNESCO in Paris geplant hatte. Maurice war mit Jean Prouvé zusammen unter anderem an der Gestaltung der Metallfassade des CNIT beteiligt, dem ersten grossen Gebäude am Rondpoint de la Defense. Gemeinsam machten Renée und Maurice die Bekanntschaft von Künstlern wie Fernand Léger, Pablo Picasso, André Masson sowie André Beaudin, Eugène de Kermadec und Alberto Giacometti und entwickelten bald das Bedürfnis, den Werken der Künstler, die sie in Paris lieben gelernt hatten auch in Zürich einen Raum zu geben. Nach ein paar Jahren der Hésitation eröffneten die Kauffrau und der Architekt aus musischen Häusern am 5. Dezember 1959 ihre eigene Galerie. Das kühne Unterfangen hatte von Beginn an Erfolg, denn das Züricher Publikum wurde von der Kunst angezogen, die sonst in der Stadt nirgendwo ausgestellt wurde.

Die Eindrücke dieser Anfangszeit der Galerie hat der Schweizer Schriftsteller und Kunsthistoriker Paul Nizon in schöne Worte gefasst: «zu Anfang der sechziger Jahre war die Galerie Ziegler ein Novum und apart, sie begann ihre Tätigkeit mit der klassischen Moderne französischer Prägung mit grossen, schon fast heiligen, Namen, und das Klima war einfach wunderbar, stilsicher, wertebewusst, nobel; in der Luft ein Hauch von Parisianismus. Ich will damit sagen, der Beginn war denkbar unprovinziell und anspruchsvoll, exquisit»

In den 60er Jahren erweiterten die Galeristen ihr Programm mit Schweizer Künstlern ihrer Generation, die sie ab 1955 in der lebhaften Berner Kunstszene und im Kreis der Züricher Konkreten kennengelernt hatten. Die Eisenplastiker Bernhard Luginbühl, Robert Müller, Oscar Wiggli, und Jean Tinguely nahmen einen wichtigen Platz ein, wie auch die Künstler Meret Oppenheim, Daniel Spoerri, Dieter Roth, Mathias Spescha, Gianfredo Camesi und die 'konkreten' Richard Paul Lohse und max bill. Die beiden Galeristen besuchten auch Jean Arp im Tessin und wählten gemeinsam mit dem Künstler Werke für seine erste Ausstellung bei ihnen aus, die 1962 stattfand. Im selben Jahr begegneten sie Kimber Smith in Paris.


1963 schlossen sich die Galeristen einer mehrwöchigen Reise des Kunstvereins Nordrheinwestfahlen nach New York an. Zusammen mit Kuratoren, Museumsdirektoren und Kunstschaffenden wie Arnold Rüdlinger, Harald Szeemann und Gotthard Graubner besuchen sie die Ateliers der jungen, in Europa noch unbekannten, Künstler Tom Doyle, Al Held, Eva Hesse, Bob Huot, Alfred Jensen, Sol Le Witt, Roy Lichtenstein, Kenneth Noland, Mark Rothko, Tony Smith und George Sugarman und lernten auch David Hockney kennen. Die Werke fast aller dieser Künstler präsentierten sie ab 1963 dem interessierten Publikum. 

Mit der Prospekta 68 begann die internationale Messetätigkeit der Galeristen, von 1971-76 setzte Maurice Ziegler sein Wissen zum Gelingen der Internationalen Messe Basel, heute Art Basel, im Vorstand ein.

Auf dem Weg zur Art Chicago 1984 tauchten die Galeristen bei einem Zwischenstopp in Soho, NYC in die unkonventionelle Welt der «aerosol writers» ein und lernten durch Tochter Sandra Ziegler unter anderem RAMM:ΣLL:ZΣΣ und Phase II kennen, denen die Galeristen 1985 eine Ausstellung in Zürich widmeten. Für die Ausstellung, die von Corinne Ziegler und Rolf Wäber organisiert wurde, lud man die Künstler nach Zürich ein, wo ihr künsterisches Schaffen in einer Videodokumentation festgehalten wurde. Dieses Zeugnis einer spannenden, kreativen Zeit kann auf Youtube angeschaut werden.


In den letzten Jahren widmen sich Renée und Maurice Ziegler wieder vermehrt der Kunst der klassischen Moderne, während ihr Sohn Serge Ziegler eigene Impulse mit in das Programm der Galerie einfliessen lässt. Die Galerie Ziegler lebt, wie seit den Anfängen, vom Kunstgespür der Inhaber, das sich weder an Landesgrenzen noch an den Grenzen verschiedener Kunstrichtungen stösst, spannende Neuentdeckungen für das Publikum bereithält oder den Blick auf bereits Vertrautes neu lenkt.

 

©2020 Galerie Ziegler.